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Trinkwasserversorgung in der Gemeinde Westheim

In den Jahren der Jahrhundertwende 1899/1900 traten in Westheim immer wieder Fälle von Thypus auf. Es gab keine zentrale Wasserversorgung. Die Bevölkerung holte für sich und das Vieh Wasser aus eigenen Brunnen, dem Mühlengraben und aus der Diemel.

Westheim hatte im Jahr 1924

- 1140 Einwohner
- 188 Haushalte
- 431 Stück Großvieh
- 1365 Stück Kleinvieh

 

1923 erkranken 4 Personen an Thypus. 1924 dann wieder 5 Einwohner. Ein Todesopfer war zu beklagen.

Es wurde erwogen, eine zentrale Wasserversorgung für Westheim zu bauen. Der Zivilingenieur J. Weinberger aus Höxter machte der Gemeinde ein Angebot von 60.000,-- MK.

Am 18. August 1924 wird in der Gemeindevertretung der Bau einer zentralen Wasserversorgung abgelehnt, da nicht auszuschließen sei, dass weiterhin Wasser aus eigenen Brunnen und aus der Diemel getrunken würde.

In den Jahren bis 1927 wird von der Behördenseite immer wieder der Bau einer zentralen Wasserversorgung gefordert. Gleichermaßen wird der Bau von der Gemeindevertretung immer wieder abgelehnt.

Im Mai 1927 müssen aus allen Brunnen Wasserproben zum Nahrungsmitteluntersuchungsamt Paderborn geschickt werden. Es wird festgestellt, dass das Wasser durch Jauche verschmutzt ist. Durch Polizei - Beschluss darf nur noch abgekochtes Wasser benutzt werden, mehrere Brunnen werden polizeilich beschlossen. Der Bau der Wasserleitung verzögert sich weiterhin.

Das Bauamt in Büren wird 1929 beauftragt, die Planung einer zentralen Wasserleitung zu erstellen. Im Jahre 1934 erkrankt erneut ein 14 Jahre alter Junge an Paratyphus.

Trotz der Dringlichkeit für eine Wasserversorgung wird diese in der Gemeindeversammlung am 5. Mai 1934 wieder abgelehnt, da durch die hohe Arbeitslosigkeit keine Mittel zur Verfügung stehen.

Nach dem zweitem Weltkrieg wird am 25. Januar 1954 zum ersten mal wieder erwähnt, eine Wasserleitung für Westheim zu bauen. Sobald die Mittel zur Verfügung stehen, will man damit beginnen.

Am 6. August 1954 wird beschlossen, die Bohrung für den Brunnen hinter der katholischen Kirche vorzunehmen. Die Tiefenbohrung wird zunächst auf 8, später auf 12 Meter festgelegt. Der Firma Stückmann aus Werl wird der Auftrag zum Bau des Brunnenhauses erteilt.

Am 7. Dezember erhält die Fa. Späth, Paderborn, den Auftrag zum Bau des Hochbehälters auf dem Hoppenberg.

Dem Westheimer Bauunternehmer Gebr. Wiemers wird am 21. an 1955 der Auftrag erteilt das Rohrnetz zu erstellen. Die Hauptleitungen werden in gusseisernen Rohren verlegt. Der Anschluss der Häuser erfolgt in Kunststoffrohren. Nachdem die Wasserzähler eingebaut sind, kann die Gemeinde Westheim mit Wasser versorgt werden.

Der Wasserpreis beträgt 0,35 DM/cbm. Das Entgelt pro Wasserzähler 0,25 DM.